Hallo ihr Lieben,
ich habe lang überlegt, was ich in Post 2 schreiben soll da es eine Menge gibt, was ich euch schon jetzt zu meinem Austausch erzählen könnte. Aber letzen Endes werden alle weiteren Posts darauf hinauslaufen, wie ich überhaupt zu meinem Jahr gekommen bin. Deshalb also jetzt meine Geschichte in Kurzform (vielleicht schreibe ich euch später mal ausführlicher):
Mittlerweile fliegen ja ziemlich viele Schüler nach der 10. (oder in meinem Fall 11.) Klasse ins Ausland um ein Austauschjahr zu machen. Organisationen gibt es wie Sand am Meer, aber welche wirklich was taugen, und bei welchen man nach einiger Zeit merkt, dass sie einen bei Problemen komplett im Stich lassen, kann man in den meisten Fällen nicht gleich auf Anhieb sagen.
Über die Schule hatte ich vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) gehört. Dieses Programm verleiht pro Jahr ca. 260 Jugendlichen zwischen 14-17 Jahren ein Stipendium für ein Austauschjahr in die USA. Da es vom Bundestag ausgeht, eine lange Geschichte aufzuweisen hat und es in meinen Augen das seriöseste Programm von allen ist, beschloss ich mich zu bewerben. Um es zu bekommen war ungefähr ein halbes Jahr Arbeit nötig.

Man fing mit einer kleinen Bewerbung vor den Sommerferien an. Daraufhin bekam man einen riesen Berg an Bewerbungsformularen, welche man auf englisch innerhalb von 4 Wochen auszufüllen- und an ein zuständige Unterorganisation zurückzuschicken hatte. Neben Formellem wie Adresse, Familie, Medizinischem, Schule, Karriere-träumen usw. hatte man Shortessays zu verschiedenen psychologischen Fragen zu schreiben. Zum Beispiel warum man sich eignet, was einen von der Menge abzeichnet, wie man mit Heimweh umgehen würde, was man in bestimmten komplizierten Situationen tun würde usw usw.
Außerdem durfte man einen Brief an die potentielle zukünftige Gastfamilie schreiben in welchem man sich und seine Interessen kurz vorstellen konnte. Natürlich wurde auch die Meinung der Lehrer zum Potentiellen Stipendiaten erfragt. Im Anhang erstellte man noch ein kleines "Fotoalbum" mit Bildern von sich bei seinen Hobbys, mit der Familie und Freunden.
Nach Rücksendung der Bewerbungsunterlagen musste man bis ca. Oktober warten. In dieser Zeit wählte ein kleines Komitee die besten Bewerber des Wahlkreises aus und lud diese zu einem Gruppenauswahlgespräch ein. In diesem wurden unter anderem Kenntnisse über das politische System Deutschlands und den USA, Wissen zur Geschichte und zu dem Austauschprogramm an sich getestet. Weitaus wichtiger waren jedoch unsere Beweggründe und innere Reife, wie wir wirkten, und was wir ausstrahlten. Das Komitee entschied nun genauer, welche Schüler in Frage kommen würden.
Uns wurde mitgeteilt, würden wir bis Januar nichts von ihnen hören, wären wir mit großer Sicherheit unter den besten 3 unseres Wahlkreises.
Die Zeit zu warten war grausam. Der tägliche Gang zum Briefkasten und das Zittern der Hände beim Öffnen des e-mail- Accounts fast unerträglich. Aber dennoch, bis Januar bekam ich (außer sehr freundlichen Weihnachtsgrüßen) keine Mitteilungen.

Dann kam aber doch ein Brief. Ich zählte zu den besten 5 meines Wahlkreises und war zum finalen Bewerbungsgespräch bei meinem Bundestagsabgeordneten eingeladen. Dieser wählte aus den Finalisten den/ oder die Geeignetste aus, welche ab den kommenden Sommerferien als Juniorbotschafter in den USA Deutschland vertreten sollte.
Ca. 1 Woche nach meinem Gespräch bekam ich den entscheidenden Brief, zu wessen Öffnung ich eine gefühlte Ewigkeit brauchte. Was würde geschehen, wenn ich gewonnen hätte? Und wie würde ich mich fühlen, wenn ich so knapp davor doch nicht überzeugt hätte?
Doch ich überzeugte!
Sooo, und nun wisst ihr, wie ich dazu kam - sehr kurz gefasst und trotzdem ist es sehr lang geworden.. Aber wenn ihr das hier lest, seit ihr durchgekommen - was mich sehr freut ;)
Ich hab's ein bisschen allgemein gehalten, aber bestimmt werde ich demnächst nochmal einzelne Elemente näher beleuchten wenn ihr möchtet.
bis dahin,
love always,
Elsie